Als ich das kostengünstige Buch „Yoga“ von Vanamali Gunturu gekauft habe, dachte ich nur daran, eine gute Zusammenfassung für die vielen und teilweise verstreuten philosophischen Inhalte der Grundausbildung zu erhalten, damit ich meine unzähligen Notizen nicht erneut sortieren muss. Doch es ist weit mehr als nur eine einfache Zusammenfassung!
Natürlich behandelt das Buch die Darstellung des Yoga in all seinen Facetten: die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung, berühmte Persönlichkeiten und wichtige Texte. Aber es bietet noch viel mehr. Besonders beeindruckt hat mich die klare und verständliche Darstellung der Yoga-Philosophie. Yoga wird hier als Philosophie (und nicht als Religion!) in seiner Entstehung und in der Gegenüberstellung zu den vedantischen, Sankhya- und später tantrischen Philosophien betrachtet. Die Berührungspunkte sowie die Unterschiede werden klar herausgearbeitet. Dadurch wird es zugänglicher, zu verstehen, ob und inwiefern Geist und Materie eins sind – oder vielleicht doch nicht. Dies hängt von der jeweiligen Interpretation ab. Jedenfalls hilft das Buch auch dabei, wichtige Schriften wie die Yogasutras oder die Hathayogapradipika besser einzuordnen.
Ich fand es zudem äußerst interessant, dass im Buch immer wieder zu Parallelen zur abendländischen Philosophie der Antike und Moderne gezogen werden. Das war für mich das erste Mal, dass ich ausdrücklich auf solche Parallelen gestoßen bin… und falls jemand weitere Tipps und Literaturhinweise dazu hat, gerne her damit!
Das Buch war so klein und kompakt, aber dennoch so fesselnd, dass ich daraus eine kleine Landkarte der Hauptkonzepte erstellt habe, die ich gerne hier verlinke, vielleicht kann weitere Azubis helfen. Natürlich erhebt dieses Schema keinen Anspruch auf Vollständigkeit – ich habe hier lediglich die für mich wichtigsten und teilweise schwer verständlichen Konzepte miteinander in Verbindung gebracht. Mir ist bewusst, das viel noch fehlt, aber immerhin einen Anfang, oder 😉